Projekt Queer Refugees Deutschland

LSVD veröffentlicht Praxisleitfaden zum Schutz LSBTI-Geflüchteter in Unterkünften

Lesbische, schwule, bisexuelle, trans- und intergeschlechtliche (LSBTI) Geflüchtete werden in den Unterkünften besonders häufig Opfer von Gewalt. Daher zählen sie in Deutschland bei der Unterbringung zu den besonders schutzbedürftigen Gruppen. Aufgrund der negativen Vorerfahrungen in den Herkunftsländern und der Angst vor Gewalt in der Unterkunft bleiben die meisten LSBTI-Geflüchteten in den Unterkünften unsichtbar. Die Konsequenz ist, dass ihre Bedarfe bei der Unterbringung und Betreuung oft nicht mitgedacht werden. Vor diesem Hintergrund veröffentlichte der Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD) zum Netzwerktreffen der „Bundesinitiative zum Schutz geflüchteter Menschen in Flüchtlingsunterkünften“ den neuen „Leitfaden für die Praxis – LSBTI*-sensibler Gewaltschutz für Geflüchtete“.

Der deutschsprachige Leitfaden richtet sich somit vor allem an die Mitarbeitenden der Unterkünfte der Bundesländer und Kommunen. Kurz und bündig stellt die Autorin Alva Träbert dar, wie die Vorgaben zum Schutz LSBTI-Geflüchteter der deutschen „Mindeststandards zum Schutz von geflüchteten Menschen in Flüchtlingsunterkünften“ in der Praxis umgesetzt werden können. Der LSVD verbindet mit dem Praxisleitfaden den Wunsch, dass die Mitarbeitenden in den Unterkünften „vor allem praktische Anregungen und hilfreiche Materialien für ihre Arbeit mit geflüchteten LSBTI*-Personen“ mitnehmen, so Henny Engels und Patrick Dörr für den LSVD-Bundesvorstand. Gefördert wurde die Erstellung des Leitfadens vom deutschen Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ). Der Leitfaden steht zum Download zur Verfügung und kann überdies per E-Mail an queer-refugees@lsvd.de kostenfrei bestellt werden.